-Jenseits der Psychologie-
Psychologie erforscht den Einfluß, im Laufe des Lebens entstandener Erfahrungen und Einstellungen auf die Wahrnehmung bzw. das Verhalten eines Menschen. Durch Erfahrungen erzeugte Einstellungen bilden die Grundlage der Wahrnehmung und die Wahrnehmung die Grundlage des Verhaltens. Wahrnehmung und Verhalten wiederum erzeugen eine Art „individuelle Realität“. Somit ist die „Wahrnehmung“ eine individuell konditionierte Projektion des Erfahrenen und entspringt jenseits der Realität.
Durch Identifikation mit psychisch verankerten konditionierten Reaktionsmustern mutiert der Mensch zum Sklaven seiner Sinne. Gedanken, Emotionen und Verhalten entspringen einem psychischen -durch Äußerlichkeiten beeinflußten- falschen Selbst. Bei Betrachten der Umwelt -in Form einer Situation oder eines Objekts- werden ständig psychische Reaktionsmuster aktiviert, auf das Betrachtete projeziert und entsprechend interpretiert. Die tiefere Essenz bzw. die Realität des Betrachtenden wird über eine psychisch manipulierte Bewußtseinsebene „wahr-genommen“.
Wenn die Wahrnehmung jedoch auf der tieferen Dimension des Bewußtseins gründet, ist dem Einfluß äußerer Umstände die Grundlage entzogen und Wahrnehmung und Verhalten bzw. das ganze Bewußtsein wurzelt auf einer Ebene völlig anderer Qualität. Das Erkennen der psychischen Reaktionsebene als Illusion führt zur Auflösung der persönlichen Identifikation und ermöglicht das Erfahren jener tieferen Dimension des Bewußtseins.
Auch „psychische Erkrankungen“ sind Bestandteil jener -durch Unbewußtheit entstandenen- psychisch verzerrten Wahrnehmungsebene und somit Teil einer Illusion, welche nur durch Identifikation existiert. Ein radikales und konsequentes Lösen der Identifikation mit psychischen Erscheinungsformen bzw. loslassen des falschen konditionierten Selbstbildes wird die Ebene der Psyche und das gesamte menschliche Bewußtsein transformieren. Dieser Prozess öffnet eine Dimension jenseits oberflächlicher, psychologischer Analysen.
Derzeit wird der Mensch in seiner Wahrnehmung derart von psychischen Reizen dominiert, das jedes angelernte Wissen im Grunde eine Art Konditionierung erzeugt und ein falsches Selbstbild nährt. Wissen in dieser Form, stärkt die psychische Identifikationsstruktur und unterdrückt das Wirken der tieferen Bewußtseinsebene. Echtes Wissen bzw. echte Weisheit stammt aus einer tieferen Dimension, jenseits psychisch verzerrter Erscheinungsformen. Grundlegend ist die Verbundenheit mit dieser tieferen Essenz der natürliche Zustand des Menschen. In geistiger Gefangenschaft psychischer Reaktionsmuster jedoch, ist diese „Quelle der Weisheit“ kaum noch zugänglich.
Psychologie analysiert ein oberflächliches Reaktionsverhalten, welchen im Grunde nur als Folgeerscheinung eines gestörten Bewußtseins existiert. In einem gewissen Grad kann Psychologie helfen akute Störungen in ihrem Ausmaß vorerst zu begrenzen. Jedoch muß die tiefere Einheit hierbei mit einbezogen werden. Anderenfalls wird das menschliche Bewußtsein in seiner Gesamtheit übergangen und die grundlegende Ursache nur zeitweise unterdrückt. Psychologie ist ein abgetrennter Teilaspekt einer viel tiefer sitzenden Gesamtstruktur des menschlichen Bewußtseins. Auch eine „gesunde Psyche“ bildet ein Feld der Identifikation. Einzig das Lösen jeglicher psychischer Konditionierung bzw. Manipulation ermöglicht das Erkennen der wahren, menschlichen Persönlichkeitsstruktur.
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